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Ein Ort in Niederbayern (Part 4)
Author: Conny
Content: PG
Location: Salon
Category: Time for a change
Type: Fiction
Post date: Monday, April 18, 2011
Language: German
Rating: 2.332.33 average from 3 readers
Page views: 1514   

Die Freundschaft und Besuch der Innung

Nach langem Nachdenken beschloss Udo Ute von ihrem Zuhause abzuholen. Auch hatte er mitbekommen, dass sich viele Schulkinder teilweise sehr radikal von ihren langen Haaren getrennt hatten, doch seine Meinung dazu war, dass es die Entscheidung des jeweiligen Menschen war sich so zu präsentieren.

Als er dann am Freitag gegen 14:30 Uhr bei den Brunnhubers klingelte war es Ute die ihm öffnete. Auf ihren fragenden Blick sagte er: „Ich wollte dich zur Eisdiele begleiten und dich fragen, ob sich einige Jungs und Mädchen sich die Mähnen haben nehmen lassen?“

Ute lachte: „Einige! In unserer Siedlung sind vielleicht noch 3 oder 4 blond haarige Mädchen, die noch nicht den Mut für einen Kurzhaarschnitt hatten. Die dunkelhaarigen waren teilweise sehr radikal. Zwei Mädchen habe ich gesehen, die sich ihre fast schwarzen hüftlangen Haare auf 4,5mm abscheren ließen und auch viele feminine Stiftenköpfe habe ich gesehen. Dann wollte ich dich schon mal vorwarnen, dass ich Brigitte und Brunhilde heute die Freundschaft anbieten werde. Ich hatte es eigentlich schon vorgestern vor, aber Veronica scheint etwas gespürt zu haben und hat mir folgende Worte gesagt, ich zitiere: >Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet<. „Auch ich habe gemerkt, dass in Dir etwas vorging, doch ich wollte nach der Vereinbarung der Arbeitsgemeinschaft ganz einfach nicht mehr fragen, und in meiner Siedlung ist es mit den Haarschnitten genauso wie bei dir“, erläuterte Udo.

Als sie dann später die Eisdiele betraten, sahen sie dass nur Brigitte und Brunhilde keine Kopfbedeckung auf hatten. Als die beiden auf den freigehaltenen Stühlen Platz genommen hatten, vor denen bereits 2 Eisbecher standen, hörten sie eine laute Stimme die sagte: „3 – 2 – 1 – ab.“

Als Ute dann in die Runde blickte konnte sie sehen, dass der längste Haarschnitt der anwesenden Mädchen ein femininer Stiftenkopf war. Besonders interessiert sah sie zu einem schwarzhaarigen Mädchen dass Partnerlook mit ihr gewählt hatte.

Dann hörte sie die Stimme Brigittes: „Dich interessiert wohl dein Zwilling. Heute morgen, als sie den Salon Haberkorn betrat, hatte sie noch eine Mähne die ihr fast bis zur Kniekehle reichte; auch die Mädchen die mit ihr am Tisch sitzen hatten zumindest rückenlange Mähnen.

Ute sah verzweifelt zu Udo und man konnte ihr ansehen, was sie dachte. >Was habe ich da nur ausgelöst<.

Dann hörte sie Udos beruhigende Stimme die sagte: „Verbanne diese Gedanken in dein hinterstes Gehirnstübchen und lass es dort. Diese Mädchen haben diesen Entschluss nicht wegen dir gefasst, sondern es war deren eigener Wunsch.

Meine Mutter, die einmal Rechtsanwaltsgehilfin war, sagte mir am Dienstagabend dass ein Haarschnitt gegen jemandes Willen eine schwere Körperverletzung ist und mit mindestens 3 Jahren Gefängnis bestraft wird. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Janine oder Josef so etwas machen würden. Josef hat mich gefragt, ob ich mir sicher sei, doch ich konnte zu dieser Zeit immer nur nicken. Doch jetzt solltet ihr, Brigitte und Brunhilde auf das hören was Ute euch zu sagen hat.“

Nachdem Ute ihre Fassung wiedergewonnen hatte sagte sie: „Brigitte und Brunhilde hiermit biete ich Euch in aller Form die Freundschaft an. Eigentlich wollte ich es schon vorgestern tun, doch Eure Mutter bat mich indirekt noch etwas zu warten, denn scheinbar hat sie gespürt, dass ich etwas in dieser Richtung vorhatte. Als wir dann die Arbeitsgemeinschaft vereinbart hatten, war mein Entschluss unumstößlich, es euch heute anzubieten.“ Damit standen alle drei auf und umarmten sich mit Tränen in den Augen. Auch alle anderen Anwesenden waren aufgestanden und gaben „Standing Ovations.“

„Vielen Dank für die Freundschaft“, hörte sie nun Brunhildes Stimme, „kannst du zwei weitere Überraschungen verkraften, oder sollen wir etwas warten?“ „Nein es geht schon wieder“, sagte Ute und gab Udo einen Kuss auf den Mund. Der revanchierte sich mit einem Küsschen auf die Backe. „Hast du Angst vor der eigenen Courage Udo, oder kannst du es diesmal richtig machen“, sagte Ute doch diesmal dauerte es zwei Minuten bis sie sich wieder lösten.

Dann sah Ute zwei Mädchen die ihre Baseballmützen noch nicht abgenommen hatten. Als sie fragen wollte warum, hörte sie nun wieder Brigittes Stimme: „Die beiden Mädchen mit den Baseballmützen heißen Laura und Katharina Sollmann und sind seit diesem Jahr auf dem Gymnasium in der Kreisstadt. Unser Vater ist der Bruder von deren Mutter, also sind sie unsere Cousinen. Bis gestern hatten sie genauso lange Haare wie du am Montag. Und nun übergebe ich an dich Laura.“

Nachdem beide ihre Mützen abgenommen hatten sagte Laura: „Am Mittwoch wollten wir unsere Cousinen nicht ansprechen weil ihr mit am Tisch wart. Auf unserem Heimweg trafen wir Franziska und Annegret die uns versicherten, dass ein Haarschnitt beim Haberkorn für Schüler 15 DM kostet. Das war für uns schon deshalb unglaublich weil kein Friseur in der Kreisstadt an uns unter 30 DM gearbeitet hat und ein Maschinenschnitt an einer Frau oder Mädchen mit 50 DM in der Behandlungsliste stand.

Als wir dann im Herrenwartebereich saßen fragte ich Herrn Haberkorn ob der Preis, den Franziska uns genannt habe, richtig sei und wies ihn darauf hin, dass ich einen sehr kurzen Stiftenkopf haben wolle. Den Preis bestätigte er und und als wir ihm die Erklärungen ausgehändigt hatten ging er kurz weg doch ich weiß nicht warum. Als er dann wiederkam, sagte er uns, dass wir ihn mit Josef anreden dürfen aber beim Sie bleiben sollten, fühlte ich mich fast wie zu Hause.

Kurz danach kam unsere Mutter hinzu und hat uns vorgestellt. Ich hatte ihm schon vorher gesagt, dass ich es kürzer als ihr (sie blickte zu ihren Cousinen) haben wollte. Mein Cousin Daniel bekam Partnerlook mit dir Udo und nun ist es an Katharina, ihre Erlebnisse zu erzählen.“

Katharina sagte: „Während der Behandlung von Daniel flüsterte ich meiner Mutter ins Ohr, dass ich einen klassischen H&T haben wolle mit 4,5mm kurzen Haaren am Oberkopf. Allerdings hat er meine Haare mit Frau Haberkorns Clipper etappenweise gekürzt, bevor er mir diesen H & T verpasst hat. Ich glaube, er hatte Gewissensbisse, bei mir so kurz zu gehen. Die Gefühle, die ich beim Rasieren hatte sind unbeschreiblich und sehr intensiv. Ob Kevin die selben Gefühle hatte, weiß ich nicht doch ihm ließ Josef gerade mal 3mm am Oberkopf. Auch wir sind für den 5. September eingeladen worden und bevor ich nun Brunhilde das Wort erteile, hätte ich gern gewusst was es mit der AG auf sich hat?“

Brunhilde antwortete: „Am Mittwochmorgen haben wir unseren Eltern unsere volle Absicht mitgeteilt ohne Übertrittsprüfung auf die Höhere Schule kommen zu wollen. Auch Ute hatte zumindest ein Interesse bekundet und so haben wir nach unserer Versöhnung unsere Eltern gefragt ob sie einer solchen AG zustimmen würden und am Nachmittag wurde auch noch Udo mit eingeschlossen, da er der Primus in Englisch ist. Ute ist eine der Besten in Mathe und wir gehören zu den Klassenbesten in Deutsch. Falls wir es schaffen, werden wir in den M-Zweig der Wirtschaftsschule gehen und nun hat Brigitte dir noch etwas zu sagen Ute.“

„Liebe Freundin ich soll dir von Papa und Mama ausrichten, dass unser Fahrer euch morgen um 15:00 Uhr abholt, damit wir mit euch einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen verbringen können, doch frage bitte nicht weiter denn uns wurde auch nicht mehr gesagt. Außerdem kann ich euch sagen, dass das Eis das vor euch steht bereits von Laura bezahlt wurde.“

Nachdem die beiden das Eis gegessen und sich bedankt hatten sagte Ute: „zunächst mal vielen Dank für die Einladung. Seit gestern habe ich einen Wunschtraum, der mit Tante Janine und Onkel Josef zu tun hat jedoch will ich keine Hilfe von einem Dritten in dieser Sache. Ob er wahr wird, werdet ihr am 05. September erfahren. Doch nun wird es Zeit mich zu verabschieden, da ich auch noch bei meiner Tante und meinem Onkel vorbeischauen will. Udo, mein Freund würdest du mich bitte begleiten?“ „Sehr gerne Ute, meine Freundin“ sagte nun Udo. Bei der mädchenhaften Verabschiedung wurden auch Laura und Katharina mit einbezogen.

Als dann die beiden „Lovebirds“ auf dem kurzen Weg zum Salon Haberkorn waren, sah Udo Ute fragend an, doch die schüttelte den Kopf und sagte: „bitte warte noch einen Augenblick.“ Es war kurz nach 16:00 Uhr als sie den Salon Haberkorn betraten.

Glücklicherweise hatte Janine keine Kundin und so konnten sie sich im Wartebereich unterhalten. Janine beglückwünschte Ute zu der Freundschaft und der Einladung und sagte: „Deine neuen Cousinen und Uschi bekommen persönliche Umhänge und ich bin der Meinung, dass auch du einen bekommen sollst. Nun hätte ich gerne gewusst, welche Farbe er haben soll und welches Lieblingsmotiv du hast?“ Ute antwortete: „Ein Brunnen auf einem orangefarbenen Umhang und vielen Dank dafür. Dann hätte ich noch gerne gewusst, was ich für eine Tönung zu bezahlen habe?“

Janine sagte: „Ute mit einer Tönung ist es bei dir nicht getan. Bitte komme am 01. September ab 14.00 Uhr vorbei, sodass ich dir für die bevorstehende Behandlung etwas aushändigen kann; ansonsten lass dich am 05.09. ganz einfach überraschen was mit dir passiert und Udo die Einladung für diesen Tag erweitere ich auch auf dich; und was die Cousinen betrifft wird dir Ute alles wissenswerte mitteilen. Es tut mir leid euch jetzt verabschieden zu müssen, aber ich habe in Kürze eine Beratung und Behandlung.“

Kurz nachdem Ute und Udo gegangen waren betraten eine Frau Mitte 30 mit ihrer 12 jährigen Tochter den Salon. Janine war schon vorgewarnt worden das die Tochter wegen ihrer dunkelbraunen nahezu hüftlangen Haare sehr knapp an einem Sonnenstich vorbeigekommen war.

Claudia wurde auch von der Notwendigkeit eines Kurzhaarschnittes überzeugt konnte sich aber bisher für keine Länge entscheiden. Nach einer längeren Diskussion setzte Claudia einen Schlussstrich indem sie sagte: „Janine schneide mir bitte einen schönen weiblichen Stiftenkopf die Länge überlasse ich dir.“

Und so ging sie in den Bedienbereich um sich vorbereiten zu lassen. Ihre Mutter Anna sagte nun: „Janine bei der Menge Haar die sie heute verliert kann ich ganz einfach nicht zusehen.

Wieviel schulde ich dir für die Behandlung meiner Tochter?“ Janine antwortete: „15 DM, wie für jeden anderen Schüler auch.“ Kopschüttelnd griff sie zu ihrer Geldbörse, entnahm einen grünen Schein und sagte: „Den Rest behältst du für deine Mehrarbeit.“ Kurz darauf hörte man die Salontür zum Zeichen das Anna gegangen war.

Nun bereitete sie Claudia mit Halskrause und weißem Umhang vor und fragte: „Claudia hast du deine Meinung geändert oder bleibst du dabei?“ Claudia antwortete: „Janine bitte leg los, aber erkläre mir bitte vorher was du machen wirst.“

Janine erklärte: „Zunächst mache ich einen Pferdeschwanz, schneide ihn ab, dann werde ich dir mit der Schere die Längen grob kürzen, um dann mit dem Klipper weiterarbeiten zu können. Wenn ich damit fertig bin arbeite ich mit der Schere nach, um eine weibliche Optik hineinzubekommen. Die dann noch verbliebene Länge sage ich dir nach Beendigung deiner Behandlung.“

Sie machte es genauso wie sie es beschrieben hatte und nach einer knappen halben Stunde war sie fertig. Janine sagte: „Claudia ich habe dir am Oberkopf 10mm und am Hinterkopf und den Seiten 7mm übriggelassen. Bist du zufrieden oder ist es dir zu kurz?“ Claudia antwortete strahlend: „Wie hast du es bei mir geschafft, genau ins Schwarze zu treffen?“

Janine antwortete: „Nun das resultiert aus jahrelangem Training und totaler Hingabe zu diesem Beruf. Doch das war für mich nicht immer so. Ich musste von einem 15jährigen Mädchen und 16jährigen Meisterin erst dahin gebracht werden was man allgemein als Vollblutfriseurin bezeichnet und dafür werde ich ihr mein ganzes Leben lang dankbar sein.“

„Vielen Dank für alles Janine, aber für mich wird es nun Zeit meinen Eltern die neue Claudia zu präsentieren; hoffentlich sind sie nicht zu sehr geschockt“, sagte Claudia küsste Janine auf die angebotene Wange und ging nach Hause.

Dort wurde sie von leicht geschockten Eltern empfangen die sie für ihren Mut lobten und als ihr Vater fragte wer die Entscheidung getroffen habe sagte Claudia:

„Lieber Papa diese Entscheidung habe ich bereits am Montag gefällt, als mir Mama den sehr heißen Kopf kühlen musste. Etwas intensiver wurde der Wunsch als mir Mama das Schutzgel ausgewaschen hat und als sich dann sehr viele meiner Schulkameradinnen sehr radikal von ihren Mähnen trennten war heute Morgen auch meine Entscheidung gefallen.

Mama von dir hätte ich sehr gern gewusst warum du gegangen bist?“

„Ich hatte in meiner Kindheit ein ähnliches Erlebnis, und ich wollte es nicht nochmal erleben, denn meine Eltern waren der Auffassung je kürzer die Haare desto besser und meinen Brüdern waren wegen der großen Hitze die Haare auf nahezu Null abgeschoren worden. Zu dieser Zeit war ich über zwei Jahre dem Friseur entronnen und meine Mähne war so lang, dass ich darauf sitzen konnte. Als mich Mama zum selben Friseur brachte, hatte ich Angst dass es mir genauso ergehen würde. Einem Jungen der vor mir dran war wurden die schulterlangen dunkelbraunen Haare in eine spiegelblanke Glatze verwandelt und bei einem anderen mit derselben Länge gab die Mutter die Anweisung alles runter mit der Maschine. Auch ein Mädchen kam vor mir dran und die ließ sich ihre relativ kurzen Haare vollkommen glatt rasieren. Als ich dann an der Reihe war, ordnete Mama kurzer Stiftenkopf an, und ging dann zu einem Geschäft um noch etwas einzukaufen. Der Friseur hat mir dann einen klassischen H & T mit 6 mm kurzen Oberkopfhaaren verpasst, den Hinterkopf und die Seiten rasierte er vollkommen glatt. Glücklicherweise war ich nicht die einzige Schülerin die so herumlief, denn als die Schule wieder begann hatten ungefähr zehn Mädchen kurz vor Schulbeginn diesen Haarschnitt erhalten. Einige fragte ich und die sagten mir, dass sie zu Beginn der Schulferien eine Glatze verpasst bekommen hatten und sie diesen Stiftenkopf das ganze Schuljahr beibehalten würden.

Von diesem Schnitt waren meine Eltern so geschockt, dass ich sie gleich danach wieder wachsen lassen durfte. Zu diesem Friseur wurde ich danach nie wieder gebracht, meine Brüder mussten ihn noch ein paar Jahre ertragen und hatten extrem kurze Haare auf dem Oberkopf der Rest war mit dem Messer total glatt rasiert worden. Dies endete erst als sie Teenager wurden. Kurz nach der Schule hatte ich noch mal einen Stiftenkopf aber der war auf eine Länge von 12 mm geschoren worden; doch diesmal war es meine eigene Entscheidung.

Dein Vater hat mich mit diesem Schnitt nie gesehen, denn als ich ihn kennenlernte hatte ich einen schönen Bob, den ich dann ab und zu variierte. Und jetzt erteile ich deinem Vater Mike wieder das Wort.“

Der räusperte sich und sagte: „Meine liebe Tochter ich denke, dass es Zeit ist dass du ab sofort deine Haarschnitte selbst bestimmen darfst. Heute hast du uns (er sah zu Anna und die nickte) bewiesen, dass du es kannst.“ Nachdem sie beide Eltern umarmt hatte sagte Claudia: „Vielen Dank euch beiden und ich werde im nächsten Schuljahr bei diesem Schnitt bleiben.“

Glücklicherweise gab es in der Nähe des Salons eine Parkbank auf die sich Ute und Udo nach ihrem Besuch setzten. Ute sagte: „Nach der Tönung habe ich Tante Janine gefragt, weil ich am 05.09. Partnerlook mit meinen neuen Freundinnen haben will. Nach meiner Behandlung hat mich Janine als Nichte angesprochen und ich habe ihr gedankt, dass sie uns in ihre Familie aufgenommen hat . Danach hat dann meine Mutter Franzi und Gretl die Tante angeboten. Mir wurde dann die Erlaubnis erteilt, die Familien Achthuber und Wagner verwandtschaftlich anzusprechen. Und nun hätte ich gerne gewusst ob du den Inhalt des vernichteten Zettels kennst?“

Udo überlegte lange und sagte dann: „Ja den kenne ich und da ich der Meinung war, dass die Zwillinge damit einen Schritt zu weit gegangen waren, habe ich auch Alexander und Veronica über den Inhalt informiert. Sie waren die einzigen denen ich es mitteilte. Den Rest wirst du am 05. September erfahren, denn sonst würdest du dich morgen verraten. Die beiden wissen, dass du es heute erfahren wirst und wollen dich wahrscheinlich testen. Auch erlauben sie nur sehr wenigen Menschen, sie beim Vornamen ansprechen zu dürfen. Doch nun ist es Zeit für mich nach Hause zu gehen und dir wünsche ich einen unfallfreien Nachhauseweg.“

Ute hing auf ihrem Weg nach Hause den Dingen nach, die sie gerade erfahren hatte. Beinahe wäre sie an ihrem Zuhause vorbeigelaufen doch konnte sie ihre Gedanken ordnen bevor sie vorbeiging.

Nach dem Öffnen der Haustür ging sie sofort ins Wohnzimmer, wo ihre Eltern mit Stefan saßen. Ohne Vorwarnung fragte sie: „Sitzt ihr alle gut?“ Als diese Frage bejaht wurde, bat sie Stefan auf sein Zimmer zu gehen und dort zu spielen. Er würde zu gegebener Zeit wieder geholt werden. Als sie überprüft hatte, dass er wirklich nicht zuhörte, konnte sie über den Nachmittag in allen Einzelheiten berichten. Auch die Mädchen, die in der Eisdiele gesessen hatten ließ sie nicht aus.

Fritz war der Erste der seine Sprachlosigkeit überwinden konnte und sagte: „Liebe Tochter eine solche Einladung ist in diesem Ort die höchste Ehre, die uns zuteil werden kann. Dass die Zwillinge nicht sofort bestraft wurden ist für mich das Zeichen, dass wir es mit hervorragenden Menschen zu tun haben. Ich hoffe sehr, dass dies nicht die einzige Einladung bleibt.“ Nun konnte auch wieder Stefan geholt werden; ihm wurde allerdings nur die Einladung mitgeteilt.

Kurz nach 18.00 Uhr schloss Janine den Salon ab und beide gingen nach oben um ihr Abendessen einzunehmen. Als sie damit fertig waren fragte Janine: „Schatz kennst du einen Perückenmacher der Haare nach Gewicht ankauft, denn ich durfte heute morgen die sehr langen Pferdeschwänze der ersten fünf Schülerinnen behalten und an Gewicht dürften es über 15 kg sein. Mir ist aber noch unklar, für was ich das Geld verwenden will.“ Josef sagte: „Ich kenne einen, doch der nimmt auch Haare für wohltätige Zwecke an, um daraus dann Perücken für bedürftige Menschen zu machen; außerdem ist er der Halbbruder von Alexander Steiner-Paltzer und heißt Hans-Walter Steiner. Das beste ist wenn ich ihn mal anrufe.“

Gegen 19.30 Uhr gingen sie dann in den Salon hinunter. Von früher hatte er noch eine Umhängetasche mit Fächern in die er alles notwendige einpacken konnte. Als er damit fertig war rief er: „Schatz ich brauche dein Spezialmesser“, welches sie ihm sofort brachte. Dann brachen sie zu den Friedmanns auf.

Als sie dann dort waren öffnete ihnen eine freudestrahlende Helga die Tür und bat sie herein. Sie flüsterte Janine etwas ins Ohr und die nickte. Beide begaben sich dann in die Küche, nach dem Helga Josef gezeigt hatte, wo sich sein Kunde befand.

Als Janine und Helga in der Küche in der auch Irene Platz genommen hatten sagte Helga: „Nachdem ihr mir von der Kraus Familie erzählt hattet konnte ich meine Neugier nicht überwinden und bin von euch direkt dorthin gefahren, und habe dort auch Dörthe und Irmi angetroffen und war hin und weg von deren Frisuren.

Dann habe ich mich mit Dörthe über den Servicejob unterhalten und sie war froh, dass es für sie nur jede zweite Woche ist. Auch die Familie Kraus ist involviert und wird für 100 DM monatlich unsere Kinder aufnehmen. Bei den drei Kindern habe ich beobachtet, dass sie ein Herz und eine Seele sind und auch keine Rivalität zu erkennen ist.

Natürlich wurde ich nach Irene gefragt und musste dann auch preisgeben, dass deren Haare auf ihren eigenen Wunsch hin jetzt nur noch 7mm kurz sind. Die Erwachsenen rissen die Münder auf doch Irmi erklärte altklug: „Na endlich, denn unter solch einer dunklen Mähne schwitzt man sich zu Tode.“

Mit Dörthe habe ich ausgemacht, dass ich sie zwischen halb- und dreiviertel zwei Uhr von ihrer Wohnung abhole. Doch als sie dann zu den Männern aufbrechen wollten fragte Irene völlig überraschend: „Mama kann ich mir Katharinas Haarschnitt verpassen lassen?“ Helga schaute nun fragend zu Janine und die erklärte: „Josef hat ihr mit Gewissensbissen einen klassischen H&T mit 4,5 mm kurzen Oberkopfhaaren verpasst und den Hinterkopf und die Seiten vollkommen glattrasiert. Da sie eine gefestigte Haut hat, ist es bei ihr möglich gewesen, doch bei dir Irene ist bei einem solchen Schnitt ein Sonnenbrand unvermeidlich. Außerdem würden weder ich noch Josef diesen Schnitt an dir ausführen. Daraufhin gingen alle 3 hinüber zu den Männern.

Die beiden waren noch in einer angeregten Diskussion darüber was gemacht werden sollte, denn Johann wollte seine Mähne auf 6mm abgeschoren haben, und Josef war der Meinung dass ein Fassonschnitt die einzig gute Lösung sei. Nachdem sich nun auch Janine Johanns Haare angesehen hatte sagte sie: „Helga meine Hochachtung, denn es muss eine Stunde dauern die Haare so hinzubekommen wie sie jetzt sind.

Selbst bei einer Kürze von 6mm wäre es immer noch ein Miniafro, der nur Gelächter und Kopfschütteln der Mitmenschen hervorrufen würde. Mit meinem Spezialmesser kann ich aber bei dieser Kürze nichts mehr machen, dazu brauche ich eine Länge von ca. 6 cm um es stark ausdünnen zu können. Wenn es Josef mit seiner Effilierschere versuchen würde, säßen wir morgen früh noch da und auch mit meinem Messer wir es eine gute Viertelstunde dauern bis ich eine ansprechende Form hineingebracht habe.

Helga, du hättest wenigstens einmal seine Haare nicht glätten sollen, damit er mal sieht, wie dann das Ergebnis ist, außerdem schädigst du ihm auf Dauer gesehen sein Haar. Für seine sehr trockenen Haare bekommst du morgen eine Spezialkur von mir mit die du bei der nächsten Haarwäsche aufträgst. Und nun frage ich dich Johann ob du noch auf deinem Wunsch bestehst oder ob Josef seine Vorstellung verwirklichen kann?“

Johann sagte: „Josef bitte verwirkliche deine Vorstellung und den Pferdeschwanz kannst du einem Perückenmacher kostenlos überlassen.“ Eine halbe Stunde später (Janine hatte mit ihrem Spezialmesser die Ausdünnarbeit geleistet) konnte Johann sagen: „Wie gut dass ich auf euch gehört habe denn dieser Schnitt gefällt mir nämlich sehr gut.“

Er wandte sich nun an Johann und sagte: „Da du bereit bist, dein abgeschnittenes Haar karitativen Zwecken zur Verfügung zu stellen, brauchst du für deine heutige Behandlung nichts zu bezahlen, allerdings muss dich ein voll ausgebildeter Friseur in der Zukunft auffrischen, doch auch diese sind mit Ausnahme des Bonus kostenlos, solange deine Frau Helga bei uns arbeitet.“

Janine fuhr weiter: „Morgen wird Dörthe erfahren, dass der Salon vom 29.08. bis 03.09 geschlossen ist und wir werden euch wahrscheinlich am Donnerstag den 01. 09. in die Grundlagen des Servicejobs einführen. Als gelernte Kauffrau bietet sich Dörthe als Kraft an, die für das organisatorische und die Bestellungen verantwortlich ist, und du Helga bist in erster Linie für die Vorbereitung der Kunden verantwortlich. Auch werde ich dir bis Weihnachten beibringen, wie man einen perfekten Maschinenschnitt erstellt.

Im Herbst kommt es zu vielen chemischen Behandlungen und du wirst dabei in die Nachbehandlung wie Spülung oder Haarkur mit einbezogen. Die Haare deines Mannes sind so trocken, dass jeden Monat eine Spezialkur gemacht werden muss. Leider ist diese so teuer, dass ich euch den Selbstkostenpreis von 4,50 DM berechnen muss. Und nun hätte ich etwas mehr von Nathalie Sollmann erfahren.

Helga sagte: „Nathalie ist die reichste Frau dieses Ortes und ihr gehören mehrere Mietshäuser. Auch dieses Haus gehört ihr, und wir dürfen hier für eine nominelle Miete wohnen, solange Johann lebt. Dieses generöse Angebot hat sie uns gemacht, weil der Unfall meines Mannes in der Brauerei passierte, die ihr zum Teil gehört, und ihr Bruder sie darum gebeten hatte. Sie ist auch im Vorstand einer Partei, lässt sich aber grundsätzlich nicht für den Gemeinderat aufstellen. Um dieses Haus rollstuhlgerecht umzubauen, musste sie eine 5stellige Summe investieren. Es fällt mir sehr schwer sie mit Vornamen und du anzureden, weil sie für mich eine Respektsperson ist und bleiben wird solange ich lebe.“ Nach diesen Ausführungen verabschiedeten sich Janine und Josef und gingen nach Hause.

Als sie dann wieder dort waren sagte Janine: „Die fünf fast schwarzhaarigen Mädchen von heute morgen wollten zunächst den Zeitungsartikel lesen. Nachdem sie das getan hatten fragte mich das Mädchen mit den polangen Haaren wie kurz die Haare der Zwillinge gewesen waren. Diesen Schnitt durfte ich dann an 4 von ihnen ausführen.

Das Mädchen mit den fast knielangen Haaren durfte ich zum exakten Zwilling von Ute machen. Ich glaube sie hätte mich am liebsten umarmt, tat es aber dann mit ihren Freundinnen. Am späten Nachmittag kamen noch Ute und Udo; er wird am 05.09 auch dabei sein und ich denke, dass ich an diesem Tag eine tizianrote Färbung für Ute brauche.

Claudia Dagner habe ich einen sehr kurzen weiblichen Stiftenkopf auf ihren eigenen Wunsch hin verpasst, nachdem die Mutter mich bezahlt hatte und gegangen war. Allerdings war Claudia sehr glücklich damit.“

Dann erzählte Josef: „Nachdem ich mit dem Schuldirektor, den ich jetzt mit Franz-Josef und Du ansprechen darf fertig war kamen ein paar ältere Schuljungen denen ich die schulterlangen Haare auf 4,5 mm abscheren durfte. Udine die nachher drankam wollte denselben Schnitt wie Franzi und hat ihn auch bekommen. Ihrer Schwester Ulrike habe ich einen H&T mit 4,5 mm langen Oberkopfhaaren verpasst. Die beiden kommen kurz vor Schulbeginn, um sich von dir einen weiblichen Stiftenkopf verpassen zu lassen.


Den größten Kampf hatte ich dann am späten Nachmittag wo ein Vater einem Stiftenkopf für seinen Sohn zustimmte, der Junge aber unbedingt einen H&T wollte. Also schor ich erst Mal die schulterlangen schwarzen Haare auf 6 mm ab, und als ich dann das Okay vom Vater bekommen hatte brachte ich dem Oberkopf auf 3 mm, den Rest rasierte ich vollkommen glatt. Der Vater hatte schon vorher einen Fassonschnitt bekommen.

Samstag 06. August 1994

Als Josef am Samstag den Salon um 08:30 Uhr öffnete standen außer ein paar berufstätigen Herren eine Mutter mit Tochter und Sohn vor der Tür. Sie stachen schon dadurch hervor, dass sie hellblonde lange Haare hatten. Janine schienen sie bekannt zu sein, denn die Mutter wurde von ihr mit Edith angesprochen und in den Damenbereich gebeten.

Edith Heibl sagte: „Wie du weißt kommt Emil im September in die Schule und fast alle seiner Spielkameraden haben sich einen Stiftenkopf aufgrund ihrer dunklen Haare verpassen lassen. Nun fühlt er sich komplett als Außenseiter obwohl im von seinen Kameraden nie das Gefühl gegeben wurde. Wenn er dann zu Hause ist jammert er mir vor dass er auch einen möchte. Da er aber sehr helle Haare hat bin ich bis jetzt davor zurückgeschreckt.

Vielleicht kannst du mir einen Rat geben, der für alle Seiten akzeptabel ist. Und dann wollte ich dich schon vorwarnen, dass es bei mir und meiner Tochter mindestens ein Pixie wird und die einzige Einschränkung die ich mache ist dass der neue Haarschnitt noch feminin sein muss. Abgesehen von den sozial Schwachen sind wir die einzigen in unserer Siedlung, die noch lange Haare haben und wenn du dann diese super schönen Pixies und Stiftenköpfe siehst wird man irgendwann einmal neidisch es auch versuchen zu wollen.

Unseren Schnitt wird Edeltraud bestimmen, doch was rätst du mir für Emil?“ Nach langem Überlegen sagte Janine: „Bei Emil würde ich wegen seiner hellen Haare auf keinen Fall kürzer als 10 mm gehen, bei Josef wären es 9 mm. Wenn ich kürzer gehen würde sähe es aus, als hätte er eine Glatze und das lehnen wir strikt ab. Meine Meinung ist, dass er mit einem Rund- oder Fassonschnitt erheblich besser aussehen würde, doch die Entscheidung liegt immer noch bei ihm.“

Emil der bis jetzt nur zugehört hatte sagte: „Ich durfte vielen meiner Spielkameraden über die kurzgeschorenen Köpfe streichen und bei vielen war das Gefühl sehr weich. Aus diesem Grund möchte ich es zumindest einmal versuchen.“ Edith fragte nun: „Welche Längen sind bei dir noch verfügbar Janine?“ „Die prompte Antwort war 13 und 16 mm.“

„Dann nimm zuerst mal 16 mm und wenn ihm das nicht gefällt kannst du kürzer gehen“, sagte nun Edith.

„Emil willst du den Hochstuhl oder den Kindersitz?“ „Hochstuhl und roter Umhang bitte“, sagte nun Emil. Als sie ihn vorbereitet hatte stellte sie ihren Clipper auf 16 mm ein und fragte: „Bereit Junger Mann?“ Als Antwort neigte er den Kopf sodass Janine am Hinterkopf beginnen konnte. Da er fast schulterlange Haare hatte fiel eine große Menge auf den Boden. Da Janine recht zügig arbeitete war sie nach knapp 10 Minuten fertig.

„Emil kann kann das so bleiben, oder möchtest du es kürzer“, fragte nun Janine? Nachdem er mehrmals seinen Stiftenkopf erkundet hatte sagte er: „Der Oberkopf kann so bleiben, doch der Hinterkopf und die Seiten sollten kürzer sein.“ Nach Absprache mit Edith einigte man sich darauf, diese auf 10 mm abzuscheren. Wenig später war dies geschehen und Emil sagte, dass er schon sehr auf die Reaktion seiner Freunde gespannt sei.

Nachdem Janine ihn befreit hatte wurde er ausgiebig von seiner Schwester inspiziert, die zu diesem Zeitpunkt noch rückenlange Haare hatte. Edeltraud sagte: „Janine mache mich bitte zum Zwilling von meinem Bruder, und für dich Mama hebe ich die Verpflichtung genauso kurz zu gehen auf, denn ich kann nicht entscheiden, wie du auszusehen hast.“ (auch die Mutter hat eine rückenlange Mähne).

Edith sagte nun: „Vielen Dank meine geliebte Tochter, doch ich gedenke meine Verpflichtung einzuhalten“, und an Janine gewandt sagte sie: „Bitte stelle die abgeschnittenen Pferdeschwänze einem Perückenmacher kostenlos zur Verfügung.“

Janine sagte nun: „Da ihr dazu bereit seid wird die Behandlung von euch allen nur die Hälfte kosten und nun hätte ich gerne gewusst ob die UV-Strahlung auch auf eure Köpfe eine Wirkung in Form von Kopfschmerzen hat. Alle drei nickten und Janine holte ihr Schutzgel um es bei Emil einzuarbeiten. Dann erklärte sie: „Dieses Gel hält die schädliche UV-Strahlung von jedem Kopf fern, muss aber jeden Abend wieder ausgewaschen werden.

Falls ihr es kaufen wollt kostet die Tube bei mir 8,95 DM. Wir sind durch meine ehemalige Chefin auf diesen Großhändler aufmerksam gemacht worden und innerhalb einer Woche waren weit über 200 Tuben verkauft, sodass wir nachordern mussten. Vom selben Lieferanten bekamen wir auch Sonnenschutzmilch und Sonnenschutzcreme mit LSF 40 die genauso gut verkauft wurden.“

„Doch jetzt wird es Zeit für deine Behandlung, Edeltraud.“ Nach diesen Worten nahm Edeltraud im Bedienstuhl Platz und ließ sich mit dem grünen Umhang vorbereiten. Kurze Zeit später war der Pferdeschwanz Geschichte und Janine griff nun zum Clipper, den sie wieder auf 16 mm eingestellt hatte. Nach dem sie ihn eingeschaltet hatte fragte sie bereit und statt einer Antwort neigte Edeltraud den Kopf sodass Janine am Hinterkopf beginnen konnte. Nach einer Viertelstunde hatte sie dasselbe Ergebnis wie bei ihrem Bruder erstellt, doch hier arbeitete sie mit der Schere nach, um eine feminine Form hineinzubringen. Als ihr dann der Spiegel gezeigt wurde strahlte sie nur noch und sagte: „Vielen Dank Janine für eine exzellente Arbeit und dies wird meine Frisur für das nächste Schuljahr sein. Doch jetzt hätte ich noch gerne gewusst was das für Stifte sind und zeigte auf das Display mit der Haarmascara.“

Janine erklärte: „Das ist Haarmascara, Farbe für einen Abend. Es wäscht sich mit der nächsten Haarwäsche, nicht Regenschauer wieder heraus und ist farbecht. Meine frühere Chefin hat sehr viel damit gearbeitet, doch dein Haar ist jetzt leider zu kurz dafür, bei einem Pixie ist es kein Problem mehr. Auch die Clipsträhnen die daneben stehen sind dazu da, um eine Frisur noch etwas aufzupeppen. Sie blickte nun zu Edith und fragte: „Hast du dich auf dein Makeover schon seelisch vorbereitet oder möchtest du noch ein bisschen warten?“

Statt einer Antwort stand sie auf den Stuhl der von ihrer Tochter schon vorgewärmt worden war. Sie sagte: „Janine wenn ich aufstehe möchte ich der exakte Zwilling von meiner Tochter sein und mir hängst du bitte den blauen Umhang um. Janine setzte den Wunsch um und nach 20 Minuten war Edith´s rückenlange Mähne Geschichte. An der Kasse nahm Edith 3 Gels eine Sonnenschutzcreme und eine Sonnenschutzmilch. Nachdem sie alles durchgerechnet hatte sagte Janine: „Edith gib mir bitte 70 DM und wir sind quitt.“ Sie gab ihr 80 DM und sagte: „Der Rest ist für dich und keine Widerrede.

Nun ging Janine wieder in den Damenbereich wo zwei junge schwarzhaarige Mädchen saßen. Sie setzte sich dazu und sagte: „mein Name ist Janine und was kann ich für euch tun?“ Die ältere der beiden sagte: „Wir beide hätten gerne einen kurzen Stiftenkopf denn unter den schwarzen Haaren ist es zur Zeit eine Qual.“ Janine fragte: „Habt ihr eine Einwilligung eurer Eltern dabei oder eine Telefonnummer die ich anrufen kann?“ Beide Mädchen schüttelten den Kopf. „Dann muss ich es leider ablehnen, euch zu bedienen, da ich mich sonst strafbar machen würde. Verzeiht wenn ich so hart zu euch bin, doch ich bin es grundsätzlich gewohnt, die Dinge beim Namen zu nennen.“

Nachdem die beiden Mädchen gegangen waren begab sie sich zu Josef in den Herrenbereich und sagte: „Ich musste zwei Mädchen ablehnen, weil sie keine Genehmigung der Eltern dabei hatten, genausowenig wie eine Telefonnummer. Zuvor habe ich die Heibls zu Drillingen gemacht. Deren Haare sind jetzt am Oberkopf 16 mm lang und am Hinterkopf und den Seiten 10 mm. Die beiden Pferdeschwänze dürfen wir kostenlos einem Perückenmacher geben und deshalb habe ich nur den halben Bedienpreis verlangt. Edith hat auch noch 3 Gels und 2 Sonnenschutzmittel gekauft und mir dafür 80 DM gegeben, obwohl ich nur 70 DM verlangt hatte.

Nun ging die Tür auf und zwei freudestrahlende schwarzhaarige Mädchen betraten in Begleitung eines Mannes den Salon. Der Mann sagte zu den beiden: „Herr und Frau Haberkorn wenn diese beiden Mädchen eine Erklärung dabeigehabt hätten wären sie zumindest sehr stutzig geworden weil deren Vater der Sohn des amtierenden Obermeisters ist. Die beiden haben mir gesagt, dass sie nur von ihnen, Frau Haberkorn, bedient werden wollen da sie als einzige den Grund für die Ablehnung gesagt haben.

Wir waren in dieser Woche in über 30 Salons und dort sind sie nur freundlich wieder nach Hause geschickt worden. Den beiden und mir ist auch nicht entgangen welch exzellente Arbeit sie bei der blond haarigen Familie geleistet haben. Doch bevor ich eine Bitte ausspreche möchte ich uns erst mal vorstellen: „ Ich heiße Roman Igl und bin seit 10 Jahren Friseurmeister und nur ab und zu für die Innung unterwegs und dies sind meine Nichten Vicky und Conny Reimbold, da meine Schwester Julia den Sohn des Innungsobermeisters geheiratet hat.

Normal überwache ich mehrere Salons einer Salon-kette, werde aber ab und an für die Innung freigestellt. Und nun wollte ich sie, liebe Kollegin bitten, sich meiner Nichten anzunehmen.

Janine sagte: „Vicky und Conny bevor ich euch bediene hätte ich gerne gewusst ob Stylingmittel in euren Haaren sind und ob ihr Kopfschmerzen hattet wenn ihr in der Sonne wart? Außerdem dürft ihr mich mit Vornamen und Du anreden.“

Vicky antwortete für beide: „Zunächst mal Danke für diese Erlaubnis und Stylingmittel sind keine in unserem Haar. Kopfschmerzen hatten wir wenn wir länger als 30 Minuten in der Sonne waren.“ Janine ging nun ans Regal um eine entsprechende Tube zu holen und zeigte sie ihm. Als er sie sich genau angesehen hatte, schüttelte er den Kopf.

Dieser Artikel ist mir nicht bekannt aber es muss mit Sonnenschutz zu tun haben, weil das LSF-Zeichen darauf ist.

Janine sagte: „Das ist ein Haarschutzgel mit LSF-30 und es hält die gefährliche UV-Strahlung vom Kopf ab. In der letzten Schulwoche hatten wir einen Fall von Sonnenstich an einem 5jährigen schwarzhaarigen Mädchen. Am selben Abend habe ich meine ehemalige Chefin angerufen und sie gefragt, was sie damals nach dem Schnitt gemacht habe.

Sie gab mir dann den Hinweis auf dieses Gel und auch die Telefonnummer des Großhändlers. Sie wollte das Risiko nicht eingehen, weil die Mindestabnahme bei 240 Tuben lag. Da wir hier der einzige Friseur sind und der nächste Drogeriemarkt 30 km entfernt ist sind wir das Risiko eingegangen. Die Nachfrage war so groß, dass wir inzwischen über 300 Tuben innerhalb von 10 Tagen verkauft haben und bis jetzt hatten wir noch keine einzige Reklamation.

Nach meinen Informationen hält es die UV-Strahlung von jedem Kopf fern, muss aber jeden Abend ausgewaschen werden. Auch der Preis ist sehr gut da ich die Tube für 8,95 DM verkaufen kann. Doch jetzt ist es Zeit, Ihre Nichten zu bedienen. Dann rief sie: „Nicki und Conny kommt ihr bitte mit.“

Freudestrahlend gingen die beiden in den Damenbereich und Janine platzierte den Kinderaufsatz auf den mittleren Stuhl. „Nun wollte ich noch wissen ob ihr unter einem weißen oder gelben Umhang oder einem orangefarbenen Mantel bedient werden wollt“, fragte Janine? Conny sagte: „Ich bin die Erste und ich möchte den Mantel ausprobieren.“

Nachdem sie ihn angelegt und Conny in den Bedienstuhl gehoben hatte fragte Janine: „Nun Conny, was darf ich für dich tun.“ „Einen schönen Stiftenkopf aber mein Hinterkopf hat bis Oberkante Ohr einen Undercut der vor 14 Tagen 6 mm kurz war.

Nachdem Janine den Undercut kontrolliert hatte, sagte sie: „Conny durch deinen Undercut ist der Seiten- und Hinterkopfbereich auf maximal 10 mm begrenzt. Wenn ich sie dir überall auf diese Länge schneide bekomme ich noch eine feminine Optik hinein. Auch wenn ich den Hinterkopf und die Seiten auf 7mm und den Oberkopf bei 10 mm belasse ist das noch möglich. Allerdings haben sich sehr viele dunkel- und schwarzhaarige Mädchen in diesem Ort ihre Haare auf 7 mm scheren lassen.

Conny sagte: „Eine feminine Optik möchte ich schon, aber Hinterkopf und die Seiten sollen kürzer sein.“ Janine sagte: „Wird gemacht junge Dame.“

Janine nahm ihren Clipper stellte ihn auf 7 mm und schor den Hinterkopf und die Seiten auf diese Länge. Den Oberkopf brachte sie dann auf 10 mm Länge und glich die Übergänge perfekt an. Nach ein bisschen Scherenarbeit am Oberkopf hatte sie die Optik die sie wünschte. Auch das Gel arbeitete Janine ein und sagte: „Bitte unbedingt heute Abend auswaschen. Dann zeigte sie ihr den Spiegel und fragte: „Nun Conny, wie gefällst du dir?“ „Mein Vater wollte sie mir schon vorletzte Woche abscheren, doch ich bin froh, dass ich bei dir diese Erfahrung machen durfte. Außerdem denke ich, dass er wunderschön ist und dafür danke ich dir.“ Nachdem sie den Bedienstuhl verlassen hatte, befreite Janine Conny von dem Mantel und blickte vielsagend zu Vicky.

Die kam sofort und ließ sich auch den Mantel anlegen. Als sie dann im Bedienstuhl saß sagte Vicky: „Janine schere meine Haare auf 7 mm ab. Sollte der Undercut nicht die erforderliche Länge haben gleichst du diese Partie an und den Nacken möchte ich ab Unterkante Ohr vollkommen glattrasiert haben.“

Nach einer kurzen Inspektion des Untercuts war sie sicher dass er die erforderliche Länge hatte begann sie Vickys Haare auf 7 mm zu scheren. Nach dem Ausrasieren des Nackens arbeitete Janine auch ihr das Gel ein gab aber auch hier den Hinweis mit dem Auswaschen. Nachdem sie vom Mantel befreit worden war, wurde Janine von Vicky umarmt und sie sagte: „Vielen Dank Janine.“

Vorne im Herrenbereich angekommen hatte Roman inzwischen erfahren, wer Janines frühere Chefin gewesen war. Er sagte: „Ich denke, wir sollten uns alle duzen, denn das sie unter Kollegen finde ich einfach nur altmodisch.“ Nachdem sie es mit Handschlag und Austausch der Vornamen besiegelt hatten, verneigte er sich vor ihr und sagte: „Dies ist ein Ausdruck des Respekts eines Jüngeren einer Älteren gegenüber. Was passiert eigentlich, wenn man das Haarschutzgel nicht auswäscht?“

Janine antwortete: „Ein Mädchen namens Franziska hat es zu Testzwecken über Nacht drin gelassen und am nächsten Morgen war das Haar trotz 4,5 mm Kürze bretthart und es hat eine volle Viertelstunde mit Haarwaschen gedauert bis es wieder im Normalzustand war. Mittag ist sie dann zu mir gekommen und hat es mir brühwarm erzählt. Ich musste ihr dann die berühmten Worte sagen >Wer nicht hören will muss fühlen<.“

Als sie dann in die Runde blickte konnte sie erkennen, dass die 3 ihre offenen Münder zuhielten. „Kann ich bitte eure Telefonnummer haben“, fragte Roman und Josef gab ihm eine Visitenkarte. Dann nahm er sein Handy, rief eine eingespeicherte Nummer an und sagte nach einer Weile: „Hallo lieber Schwager, ruf mich bitte unter der Nummer zurück die dir jetzt durchgebe. Nach kurzer Zeit legte er dann auf. Kurze Zeit später läutete das Salontelefon und Janine hob ab und sagte: „Friseursalon Haberkorn Janine Haberkorn am Apparat.“

T: „Guten Tag werte Kollegin, mein Schwager bat um Rückruf allerdings möchte ich mich zunächst vorstellen ich heiße Theobald Reimbold aber es reicht wenn sie mich Theo nennen.“

J: „Danke Theo, doch bevor ich übergebe möchte ich sie bitten ihrem Vater die besten Grüße auszurichten und nun übergebe ich.“

R: „Hallo lieber Schwager zunächst wollte ich dir mitteilen dass deine Gesprächspartnerin deinen Töchtern zwei wunderbare Stiftenköpfe verpasst hat. Allerdings hat sie beim Vorgespräch u. a. gefragt ob sie nach einer gewissen Zeit in der Sonne Kopfschmerzen gehabt hätten und dies wurde bejaht. Dann hat sie mir eine Tube mit einem LSF-Zeichen gezeigt, die mir völlig unbekannt ist. Dann hat sie mir erklärt dass dies ein Haarschutzgel mit LSF 30 ist und bei ihr für 8,95 DM verkauft wird.

Den Tipp hat sie von Doreen S. bekommen nachdem ein Fall von Sonnenstich in ihrer Gemeinde aufgetreten ist. Laut eigenen Angaben wurden über 300 Tuben in den letzten 10 Tagen verkauft.

T: „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten dass du mir einen Riesen Bären aufbindest, denn in meinem Fachmarkt zahle ich für eine solche Tube über 10 DM und ich hatte angenommen, du wüsstest, dass es so etwas gibt und jetzt gib mir bitte nochmal Frau Haberkorn.“

R: „Augenblick ich übergebe“, sagte er.

J: „Theo obwohl wir uns nicht persönlich kennen biete ich die persönliche Ansprache an, mein Vorname ist Janine.“

T: „Vielen Dank dafür meinen kennst du ja schon und dann nehme ich an dass du den beiden das Gel eingearbeitet hast und bestimmt nicht vergessen hast, ihnen zu sagen, dass es am Abend ausgewaschen werden muss. Dann hätte ich gerne gewusst welchen Preis du mir machst, wenn ich einen 24er Karton haben will?“ Inzwischen flüsterte Josef Janine etwas ins Ohr und ging dann wieder in seinen Bereich.

J: „Mein Mann Josef sagt mir 7 DM inklusive Steuer und Roman kann es heute noch mitnehmen, da der Karton ohne weiteres auf einen Beifahrersitz passt und ich nehme stark an, dass du an Sonnenschutzmilch und Sonnenschutzcreme mit LSF-40 kein Interesse hast; da wäre der incl. Preis bei 7,50 DM.“

T: „Habe ich schon aber ein ganzer Karton ist mir da zuviel, da wären mir zwei halbe erheblich lieber und der ist so groß, dass er in den Wagen meines Schwagers nicht mehr hineinpasst. Ich hingegen habe einen Kleintransporter in den sehr viel Ware hineinpasst und ein Samstagnachmittagstrip mit meiner Frau Julia wäre auch nicht zu verachten. Dann möchte ich noch, dass du meinen Töchtern je eine Tube für deren persönlichen Gebrauch mitgibst. Und dann bitte ich noch um eine Zeit wann wir zu euch kommen können.“

J: „Bitte nicht vor 15:30 Uhr, da wir um 14:00 Uhr Besuch erwarten. Dann habe ich dir noch zu sagen, dass der Salon und die Wohnung im selben Haus sind.“ Roman werde ich für die Behandlung deiner Töchter und dem Gel 24 DM abnehmen, und dann hätte ich gerne gewusst ob ich nochmal übergeben soll.“ „Ja bitte“, sagte Theo. J: „Ich übergebe.“

R: „Ja lieber Schwager.“

T: „Wirst du diese Artikel auch bei dir einführen und dann hätte ich noch gerne gewusst, wo sich der Salon befindet?“

R: „Das dumme ist, dass ich nächste Woche noch Urlaub habe, und du weißt genau dass dem Management der Name Doreen S. ein rotes Tuch ist. Der Salon ist ca. 150 m Luftlinie von der Kirche entfernt. Auf dem Weg hierher hat mir eine Passantin bereitwillig Auskunft gegeben. Dann wünsche ich dir noch ein schönes Wochenende und damit war das Gespräch beendet. Als er dann aufgelegt hatte ging er in den Damenbereich, wo alle 4 Platz genommen hatten.

Dann wandte er sich an Josef und fragte: „Da Theo schon einen Karton genommen hat, werdet ihr für mich keinen mehr haben?“

Jo: „Das ist schon richtig, aber eine Expresslieferung ist spätestens am Mittwochmorgen da. Dann haben wir gerade beschlossen, für uns auch nochmal zu ordern, denn bei täglicher Benutzung hält eine Tube gerade mal gute zwei Wochen und dieses Angebot läuft nur noch bis zum kommenden Freitag.“

Roman sagte: „Ich denke, dass 168 DM ein Risiko wert sind. In den von mir betreuten Salons habe ich ca. 20 Fachkräfte die ich bitten werde Kundenreaktionen für dieses Gel einzuholen. Doch jetzt ist es Zeit, dass ich meine Nichten nach Hause bringe. Wieviel schulde ich euch?“ Josef antwortete: „Für die beiden Gels 14 DM und für die Behandlung 10 DM da sie Erstkundinnen sind und dann auch noch Kinder eines Kollegen. Zusammen sind das dann 24 DM. Roman nahm einen grünen und einen kleinen blauen Schein und gab sie Josef mit den Worten stimmt so. Dann gab er ihm noch eine Visitenkarte und sagte: „Diese Leute wissen immer wo ich zu erreichen bin und nun noch ein schönes Wochenende. Auch Vicky und Conny verabschiedeten sich und kurze Zeit später war der Salon leer.

Janine sagte dann: „ ich räume meinen Bereich auf und warte dann auf Dörthe und Helga. Auch die Spezialkur werde ich bereitstellen.“ „Auch ich mache in meinem Bereich dasselbe“, sagte Josef. Diesmal machten sie es sehr gründlich und waren dann damit um 13:30 Uhr fertig.

Kurz vor 14:00 Uhr kamen dann Dörthe und Helga und nachdem Josef den Salon geschlossen hatte, begaben Sie sich in das Wohnzimmer der Haberkorns. Dort zeigte ihm Dörthe den Kaufmannsgehilfenbrief und nachdem er die Noten gesehen hatte sagte er: „Für gerade noch durchgerutscht sind das sehr gute Noten.“ Dörthe sagte: „Wenn man die Hauptschule mit dem qualifizierenden Abschluss beendet hat man andere Ansprüche.“

Dann gab er ihr den Brief wieder zurück und sagte: „Ich nehme an dass dir Helga bereits gesagt hat, dass der Salon vom 29.08. bis 03.09. geschlossen ist. Am Donnerstag, den 01.09. werden wir euch ab 14:00 in die Grundlagen des Service-Jobs einführen. Dazu gehört: „Kunden empfangen und vorbereiten, Ware einsortieren, Kasse bedienen, auf Wunsch auch einem Kunden die Haare waschen und auch das korrekte Verabschieden werden wir euch zeigen. Als gelernte Kauffrau sind jedoch deine vorrangigen Aufgaben das organisatorische und die Bestellungen. Eines unserer ehernen Gesetze ist, dass wir Kinder unter 10 Jahren nur dann bedienen, wenn sie von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden oder eine schriftliche Erklärung vorliegt.

Ab diesem Alter bis zur Volljährigkeit ist es dann eine Kann-Bestimmung, die wir annehmen oder ablehnen können. Es hat Fälle bei Jugendlichen gegeben, wo die Eltern den Friseur wegen schwerer Körperverletzung angezeigt haben und das kann mit Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren enden. In sehr seltenen Fällen ist es auch zur Aberkennung des Meister- oder Gesellenbriefes gekommen.

Dann wollte ich noch wissen ob ihr einen schriftlichen Vertrag haben wollt oder ob euch eine mündliche Vereinbarung reicht. Sie ist nach dem Gesetz genauso bindend.“ Helga sagte nun: „Ich glaube ich spreche für uns beide, wenn ich sage, dass uns eine mündliche Vereinbarung ausreicht“, und auch Dörthe erklärte sich damit einverstanden.

Janine fuhr weiter: „Josef hat vergessen, euch auf den 05. September hinzuweisen , wo wir euch bitten, ebenfalls anwesend zu sein. Wir wissen, dass Frau Steiner-Paltzer und die Frau des Schuldirektors mit anwesend sein werden. An diesem Tag könnt ihr auch sehen, wie man eine Färbung erstellt. Dann will ich euch noch sagen, dass ihr für eure Tätigkeit 400 DM netto pro Monat erhaltet mit freien Haarschnitten für die gesamte Familie. Da die Familie Kraus sich bereit erklärt hat in dieser Zeit eure Kinder aufzunehmen, kostet denen jede Behandlung nur die Hälfte. Hat noch jemand Fragen?“

Helga fragte: „Haben wir Kittel während unserer Arbeit zu tragen und dann wollte ich wissen, ob ihr geplant habt, einen Außendienst einzurichten. In meiner Siedlung gibt es einige ältere Ehepaare, die wahrscheinlich denken, dass ihr unerschwingliche Preise habt und ich denke, bei Dörthe ist es dasselbe.“

Die nickte und sagte: „Einige sind auch in unserer Siedlung und zwei sind darunter, denen von den Nachbarn geholfen wird. Ich habe aber auch mitbekommen, dass alle dunkelhaarigen Kinder zumindest mit einem Pixie herumlaufen und sehr froh damit sind doch den größten Schock bekam ich, als ein schwarzhaariges Mädchen mit nahezu nichts auf dem Kopf nach Hause ging, denn am Morgen reichte diese Mähne noch weit über den Po.“

Janine sagte: „ Was den Kittel betrifft so wird dieser von uns gestellt und es ist euer Vorname darauf. Auch für uns werden wir welche ordern, und als Farbe schlage ich grün vor.“ Als alle mit Kopfnicken zugestimmt hatten fuhr sie fort: „Dieses Mädchen habe ich dreimal gefragt ob sie sicher sei, und erst danach habe ich begonnen. Nach ihrer Behandlung hat sie ihre Freundinnen umarmt, aber ich konnte das Gefühl nicht loswerden, dass sie eigentlich mich umarmen wollte. Erinnerst du dich an den Zeitungsartikel Dörthe?“

D: „Zur Genüge, denn ich habe bis zum Abend gebraucht, um ihn zu verdauen.“ Dann sah sie Janine voll in die Augen und konnte nicht glauben, was sie darin las. Und gegen ihren Willen sagte sie: „Die anderen Mädchen haben es genau so kurz bekommen wie die Zwillingspärchen aus dem Bericht?“

J: „Ja das stimmt und diese hatten vorher zumindest rückenlange Haare und davon blieben am Oberkopf 7 mm und am Hinterkopf und den Seiten 4 mm übrig und dir Helga muss ich sagen, dass dieser Artikel über 20 Jahre alt ist und wir einer kompletten Schulklasse diesen Schnitt verpasst haben und diese Zwillingspärchen blieben 2 Jahre dabei und waren stolz darauf. Falls eure Töchter ihren Schnitt beibehalten möchten, könnt ihr sie am 01. September mitbringen und wir werden sie auffrischen. Nachdem alle 4 eine Tasse Kaffee getrunken hatten verabschiedeten sich Dörthe und Helga und gingen nach Hause.

Fortsetzung folgt


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